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Die Geschichte des Blumenthaler Schützenvereins

In der Zeit um 1840 fanden sich überall im norddeutschen Raum, so auch im Kreis Blumenthal und in der Stadt Vegesack, Männer zusammen, die dem Schiesßport huldigen wollten. Der Kreis Blumenthal stand damals unter hannoverscher Hoheit, Vegesack aber gehörte zu Bremen.
Die Gründung des Blumenthaler Schützenvereins fand im Jahre 1843 statt.
Eine einfache Schießanlage wurde auf dem Grundstück des früheren "Schützenhofes Aumund", neben dem jetzigen Gesundheitsamt Bremen Nord, errichtet.
1844 wurde zum ersten Mal das Blumenthaler Schützenfest in aller Öffentlichkeit gefeiert, an dem sich die gesamte Bevölkerung des Amtes Blumenthal und Vegesack beteiligte. Die Damen des Vereins hatten ihren Schützen eine Fahne geschenkt, die laut Mitteilung des "Königlichen Landrates" am 26.07.1844 feierlich geweiht wurde. Noch heute ist diese Fahne erhalten.
In den folgenden Jahren stellten sich Misshelligkeiten zwischen den Schützen aus Vegesack und Blumenthal ein, die schliesslich zur Trennung führte. Die Vegesacker Schützen trennten sich von den Blumenthaler Schützen und gründeten einen eigenen Verein, den sogenannten "Neuen Blumenthaler Schützenverein"
Der alte Blumenthaler Schützenverein siedelte 1853 nach Beckedorf über und feierte seine Feste auf der Wiese von Arend Jachens neben dem Gastwirt Wildhack. Hier feierte der Verein am 25. Mai 1854 und in der Folgezeit seine Schützenfeste. Gleichzeitig mit der Übersiedlung von Aumund nach Beckedorf wurde auf Antrag des Gastwirtes die Anlegung einer Schießbahn neben seinem Garten vom königlich hannoverschen Amt" am 26. Oktober 1853 genehmigt.
Kurz vor dem ersten Weltkrieg wurde das Tanzzelt mit einer elektrischen Beleuchtung versehen.
Ein harter Schlag für das Vereinsleben, wie für das ganze deutsche Volk, war der Beginn des Ersten Weltkrieges 1914. Schützenfeste und Königsschießen fanden nicht statt. Bei Kriegsende mussten alle Gewehre auf Beschluss der Alliierten auf dem Rathaus abgegeben werden. Diese konnten im April 1919 wieder empfangen werden.
In diesem Jahr fand das erste Schützenfest nach dem Ersten Weltkrieg am 29.06.1919 statt. Um an der Volksbelustigung teilzunehmen, musste jeder Erwachsene beim Betreten des Festplatzes einen Festbeitrag vom 25 Pfennig zahlen, als Tanzgeld im Zelt wurden damals 3 Mark erhoben.
Das Schützenfest hatte nunmehr eine Größe von 1100qm mit Speiseraum und Küche. Diese Schützenhalle und die große Festwiese wurde von allen Vereinen für größere Feste benutzt.
Der Verein - bis dahin nur aus gut situierten Bürgern bestehend- gründete 1927 eine Jungschützenabteilung.
In einfacher, schlichter Weise beging der Blumenthaler Schützenverein, im Juli 1943 sein 100-jähriges Bestehen, welches mit dem Vogelschießen begann, Schützenkönig wurde der Fronturlauber Schützenbruder. Walter Schnittker.
Die schwarzen Wolken standen an diesem Tag schon am Vereinshimmel. Das Gelände unserer Schießsportanlage wurde in ein Wohnlager für Fremdarbeiter ausgebaut. 1945 war unser Vaterland von den Alliierten besetzt, wieder mussten wir Schützen unsere Waffen abgeben, die wir diesmal allerdings nicht wiederbekamen.
Unser Schießstand entlang der Farge-Vegesacker Bahn wurde auf Geheiß der Militärregierung abgebrochen. Einsam stand noch unsere 1100 qm große Festhalle inmitten der Wohnbaracken. Doch in der Nacht nach der Neugründung des Vereins am 30.10.1949 ging unsere Festhalle in Flammen auf. Nun hatte der Verein nichts mehr, es war und ist wohl der schwärzeste. Tag in der Vereinsgeschichte gewesen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die dritte Generation die Geschicke des Vereins.
Ende 1949 hat dann Schützenbruder Julius Oppermann durch Rundschreiben alle früheren Schützenbrüder zu einer Zusammenkunft eingeladen. Es kamen ca. 20 Mann und es wurde beschlossen, den Schützenverein unter dem Vorsitz von Julius Oppermann wieder aufleben zu lassen. Zweiter Vorsitzender wurde Arthur Mathias.
Unsere Schießsportanlage auf dem Schützenplatz in Beckedorf, an der Bahn gelegen war nicht mehr benutzbar. Das Gelände war mit Baracken bebaut, die ehemalige Festhalle bis auf die Grundmauern abgebrannt, so dass wir gezwungen waren, uns nach einem anderen Gelände umzusehen.
Nach vielen Verhandlungen und allen Schwierigkeiten zum Trotz, unter dem Namen "Volksfestverein", denn Schützenverein durften wir uns seinerzeit noch nicht nennen, wurde auf den Wiesen an der Beeke.  Im Juli 1950 wieder ein echtes Volksfest und somit das erste Schützenfest nach dem Kriege abgehalten.
In diesem, aber auch in den folgenden Jahren, mussten wir uns mit dem Luftgewehrschießen in den Klubräumen unseres Vereinswirtes begnügen. Es wurde bei Wildhack und später bei Ohlerich abwechselnd trainiert. Aber der Anfang war gemacht!
Der Ablauf des Schützenfestes 1951 war schon bald friedensmäßig und das Essen konnte man schon fast als großes Festessen bezeichnen. Die Luftgewehre wurden besser und hatten schon Züge im Lauf. Manch einer hatte seine KK-Büchse heimlich über den Krieg und die folgenden Jahre gerettet und konnte sie für eine Buße von 50,- DM wieder zulassen. Die Munition ließ noch zu wünschen übrig. Sie war französischer Herkunft und jede dritte oder vierte Patrone war ein Hülsenreißer. Dabei ging eine Wolke nach hinten raus, so dass die Schützen die Augen zukneifen mussten und die Treffer dadurch recht zufällig waren.
Zu Beginn des Jahres 1952 konnte sich der Verein wieder unter seinem alten Namen "Blumenthaler Schützenverein von 1843" in das Vereinsregister im Amtsgericht eintragen lassen. Der bisherige 1. Vorsitzende Julius Oppermann trat zurück. An seine Stelle trat der 2. Vorsitzende Arthur Mathias.

In der Angelegenheit Schießstandbau war man noch nicht weitergekommen. Ein vereinseigenes Gelände am Burgwall, konnte der Verein nicht nutzen, da dieses vom Wasserwirtschaftsamt für die Erweiterung der Trinkwasserversorgung Blumenthals vorgesehen war. Der Verein bot diese Gelände dem Ortsamt Blumenthal zum Tausch bzw. zum Kauf an, doch die Verhandlungen waren nicht zum Abschluss gekommen.
Wir schlossen uns dem neu gegründeten Bezirksschützenverband Bremen sowie dem Nordwestdeutschen Schützenbund an und wurden Mitglied des Kreissportbundes Bremen-Nord und des Landessportbundes Bremen.
1953 wurde die Jugendabteilung des Vereins gegründet und auch die einheitliche Schützentracht festgelegt.
Nach vielen, vielen Verhandlungen mit den drei Eigentümern und den Behörden konnte die alte "Mathiassche Sandkuhle" in Beckedorf, ein Gelände von ca. 17000 qm große, für ca. 23000,-DM erworben werden. Die Baupläne wurden von Jonny Heidhoff gefertigt.
Grundsteinlegung

Am 16. Mai 1954 wurde durch den 1. Vorsitzenden Arthur Mathias der Grundstein gelegt. Die Fundament- und Bauarbeiten gingen zügig voran. Man hatte sich vorgenommen, das Schützenfest 1954 schon auf dem neuen Schießstand zu feiern. Der untere Schießstand wurde zum Schützenfest fertig. Am 2. August 1954 konnte die Richtkrone gesetzt werden. Bauingenieur und Schützenbrüder Jonny Heidhoff als Vertreter der Zimmermannsgilde sprach den Richtspruch. Mit dieser neuen Schützenhalle wurden 35 Stände erbaut, davon sind 18 KK- und 16 Luftgewehrstände sowie ein Vogelschießstand. Nach der Richtfeier am 2. August fand am 24. Oktober schon die Einweihung der Schützenhalle statt.
Richtfest


Die Schilderungen unserer Vereinsgeschichte stützen sich auf die Unterlagen aus dem Archiv der Regierung in Stade sowie aus den Zeitungsarchiven des Vegesacker Wochenblattes, der Norddeutschen Volkszeitung und den Protokollen des Vereins, die uns seit 1870 vollständig vorliegen. Aus diesen Unterlagen konnten wir sehr viele wichtige Mitteilungen über das Vereinsleben entnehmen.

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